Zum Dialog mit Schulleitern, Schulpflegschaften und den Fördervereinsvorsitzenden aller Versmolder Schulen hat Ende April die CDU ins Haus Kavenstroth zum 9. Mal in Folge eingeladen. Etwa 30 Interessierte folgten der Einladung und ein informeller Abend mit vielen Wortbeiträgen und einem regen Gedankenaustausch war gesichert.
Zu Beginn gab Frau Roswitha Horstmann, die Leiterin der Mathias-Claudius Schule, einen Einblick in die UN-Konvention von 2006, die besagt, das Schüler mit Defiziten das Recht bekommen, in einer Regelschule inclusive beschult zu werden. Sie stellte Anforderungen und Auswirkungen besonders für unsere Versmolder Schulen vor, nachdem die Konvention seit März 2009 auch bindendes Recht in Deutschland ist.
Nordrhein Westfalen hat die Möglichkeit für Schulträger zur Einrichtung von Kompetenzzentren sonderpädagogischer Förderung (KsF) festgelegt. Diese Kompetenzzentren machen Förderschulen nicht überflüssig, helfen aber Schüler mit Defiziten in einer Regelschule zu beschulen. Da ein Kompetenzzentrum drei Defizitbereiche, wie z.b. Sprache, Lernen, Sozial-Emotional abdecken und zudem einen Einzugsbereich von 120.000 Einwohnern haben muss, kann nicht Versmold allein ein Kompetenzzentrum einrichten, sondern hier ist eine kreisweite Zusammenarbeit gefordert.
Für die Bundesrepublik gibt es seit langem einen internationalen politischen Druck diese Konvention um zu setzten. Das ist eine Frage von Ethik und Haltung. Es gilt internationale Bildungsstandards zu erreichen und ein Recht auf inclusive, wohnortnahe Beschulung zu ermöglichen.
Nach eingehender Diskussion mit einer gewissen Aufbruchstimmung wurden noch reine Versmolder Schulthemen erörtert.
Aktuell, aktuell.
- Sorgen bereiten die sinkenden Geburten vor allem der beiden letzten Jahre. Ganze Klassen könnten ab 2016 wegfallen.
- Die stellvertretende Schulleiterin Frau Andrea Kaumkötter von der Sonnenschule mahnte den geplanten, aber noch nicht begonnenen Bau des offenen Ganztags an. Ab dem kommenden Schuljahr müssen sich voraussichtlich 100 Ganztagskinder auf viel zu engem Raum bewegen.
- In Oesterweg ist nach wie vor das Lehrerzimmer viel zu klein und die Sekretärin hat ihren Platz in der Schülerbibliothek.
- Aus Peckeloh wurde berichtet, dass ohne Elterninitiativen gar nichts mehr läuft, da Geldmittel überall fehlen. Außerdem wies der Schulpflegschaftsvorsitzende Herr Jürgen Hildebrand darauf hin, dass auch für die Schulen ein schnelles Internet unabdingbar ist.
Auch in diesem Jahr haben wir durch unsere Veranstaltung „Dialog Schule“ wichtige Informationen für unsere politische Arbeit erhalten.